Was sind Fruchtfolgeflächen

Fruchtfolgeflächen (FFF) sind für die landwirtschaftliche Nutzung besonders gut geeignetes, ackerfähiges Kulturland. Der Sachplan Fruchtfolgeflächen des Bundes (SP FFF) legt den Mindestumfang an FFF für die gesamte Schweiz und die Aufteilung auf die Kantone fest. Die Kantone müssen dafür sorgen, dass dieser Mindestumfang dauernd erhalten bleibt. Für die Schweiz ist eine Mindestfläche von 438’560 Hektaren definiert. Davon muss der Kanton Luzern 6%, das heisst eine Fläche von 27’500 Hektaren sicherstellen.

Auszug aus „Grundsätze bei Einzonungen (Paragraph 3 Planungs- und Bauverordnung (PBV) vom 29.10.2013)“:

  1. Fruchtfolgeflächen sind zu erhalten

  2. Sollen FFF aus der Landwirtschaft ausgezont werden, müssen überwiegende Interessen gerechtfertigt sein.

Im Weiteren gilt:

  1. …die Begrenzung des Siedlungsflächenwachstums und die optimale Nutzung der Bauzonen beachten….

  2. …eine Entwicklung von innen nach aussen…, Siedlungslücken füllen…, bestehende Siedlungsteile arrondieren…,…neue Siedlungsansätze und –fortsätze vermeiden…

  3. …nur bei Nachweis des konkreten Bedarfs zulässig. Dabei sind die inneren Reserven (…) zu berücksichtigen…

 

 

Der SP FFF bezweckt die Ernährungssicherung in Zeiten von ungenügender Versorgung, den Erhalt der natürlichen Ernährungsgrundlage und der Produktionspotenzials für die kommenden Generationen und sorgt für den Schutz des Kulturlandes.

Der Kanton Luzern verfügt noch über FFF von rund 27’550 Hektaren (Stand Ende 2014) und somit über eine Reserve von 50 Hektaren. Um die vorgegebene Mindestfläche auch künftig einhalten zu können und damit den Handlungsspielraum für eine Weiterentwicklung des Kantons zu bewahren, müssen FFF als Kulturfläche für die landwirtschaftliche Nutzung konsequent erhalten bleiben.

Grundsätze bei Einzonungen (Paragraph 3 Planungs-und Bauverordnung (PBV) vom 29.10.2013):

  1. Fruchtfolgeflächen sind zu erhalten.

  2. Sollen sie einer anderen als der Landwirtschaftszone zugewiesen werden, muss dies durch überwiegende Interessen gerechtfertigt sein. Im Weiteren gilt, dass solche Zonenfestlegungen: a) den Vorgaben im kantonalen Richtplan zu entsprechen haben; insbesondere ist die Konzentration der Besiedlung auf die Hauptentwicklungsachsen und Zentren, die Begrenzung des Siedlungsflächenwachstums und die optimale Nutzung der Bauzonen zu beachten, b) im Einklang mit einer geordneten Siedlungsentwicklung, abgestimmt auf ein kommunales Siedlungsleitbild, zu stehen haben; hinzuwirken ist auf eine Konzentration der Besiedlung und auf eine Entwicklung von innen nach aussen; Siedlungslücken sind zu füllen, bestehende Siedlungsteile zu arrondieren sowie neue Siedlungsansätze und -fortsätze zu vermeiden, c) nur bei Nachweis des konkreten Bedarfs zulässig sind; dabei sind die inneren Reserven, wie Baulücken, unternutzte Parzellen, Umnutzungsgebiete, Erneuerungsgebiete, Möglichkeiten zur Erhöhung der baulichen Dichte, zu berücksichtigen.

  3. Ist die Zuweisung von Fruchtfolgeflächen zu einer anderen als der Landwirtschaftszone auch nach der Prüfung von Varianten und Alternativen und allenfalls unter Inkaufnahme von vertretbaren qualitativen Einbussen bezüglich Orts- und Landschaftsbild oder Wohngebieten unausweichlich, sind flächengleiche Ersatzmassnahmen zu leisten.

  4. Ist für Fruchtfolgeflächen Ersatz zu leisten, sind folgende Massnahmen möglich: a) Rückzonung von nicht überbautem Land mit der Qualität von Fruchtfolgeflächen in die Landwirtschaftszone, b) Schaffung neuer Fruchtfolgeflächen durch Verbesserung von degradierten Böden, namentlich aus den beanspruchten Fruchtfolgeflächen, c) Neuerhebung von Fruchtfolgeflächen mit entsprechender Qualität durch Bodenkartierung auf dem ganzen Gemeindegebiet.

  5. Die gewählten Ersatzmassnahmen sind nach den Vorgaben des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartementes auszuarbeiten und dem Kanton im Vorprüfungsverfahren zusammen mit den übrigen Unterlagen zur Ortsplanrevision einzureichen.

Quelle: rawi.lu.ch Merkblatt „Erhalt und Kompensation von Fruchtfolgeflächen“ Juni 2016

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